Edengrad
Edengrad ist eine Produktion des polnischen Studios Huckleberry Games und seit dem 4. April als Early Access Titel auf Steam erhältlich. Erfahrt hier mehr über den Titel und wie er sich in den ersten Spielstunden macht. So viel sei verraten: Der Anfang ist echt nicht einfach und damit ist keinesfalls die Schwierigkeit gemeint.

Edengrad ist eine Produktion des polnischen Studios Huckleberry Games. Bereits 2 Crowdfounding Kampagnen (2015 & 2016)  wurden erfolgreich abgeschlossen. Damit konnten die Entwickler rund 50000€ einnehmen. Später war der Titel dann auf Steam Greenlight. Dort bekam er ziemlich rasch "grünes Licht" was darin mündete, dass Edengrad vor kurzem auf Steam als Early Access Titel erschienen ist. Mittlerweile hat man wohl auch einen Investor aufgetan, so das die Finanzierung zunächst gesichert sein sollte.

Das Spiel bezeichnet sich selbst als: Edengrad: a survival-focused subscription-free MMO, with extensive town building, item crafting, deep social and economical simulation. Ich lasse das mal hier so stehen.

Das Setting soll eine Mischung aus Fallout und Mad Max darstellen. Dabei ist es den Entwicklern laut eigener Aussage wichtig, nicht nur einfach eine Kulisse anzubieten, sondern die Spieler auch zahlreiche Geschichten und Abenteuer erleben zu lassen.

Hört sich interessant an. Der Preis ist mit 12,99€ sehr übersichtlich, zumal es zuletzt auch noch einen kleinen Rabatt bei Steam darauf gab. Eine schöne Gelegenheit. Doch davor habe ich mir natürlich brav die User Reviews auf Steam durchgeschaut. Naja, das übliche. Wieder das unnütze Gebrabbel von "Potentialen" auf er positiven Seite und das dümmliche Gebrabbel von "Unfertiges Spiel" auf der negativen. Also wenig hilfreich.

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Edengrad

Edengrad startet relativ langsam. Zunächst erhält man einige Hinweise. Danach findet man sich im Hauptmenü mit der Auswahlliste der insgesamt 4 Server (2x EU, 2x US) wieder. Entscheide mich für den Server Harris. Connect. Weiter geht es mit der Charaktererstellung. Zunächst ist ein Name gefragt. Genauer gesagt, ein Vor- & Nachname. Einzelnamen gehen nicht. Es folgt die tatsächliche Erstellung.

Ok, es ist nicht die schlechteste Charaktererstellung mit den ätzendsten Charaktermodellen die ich je gesehen habe, nein, aber es ist doch relativ nah dran. Optisch machen die Modelle leider überhaupt nichts her, die Gesichtsvariationen sind grausam. Nebenbei: Weibliche Charakter gibt es noch nicht. Die einzige Einstellmöglichkeit ist ein Schieberegler, der verschiedene Bereiche des Gesichts zugleich verändert. Einzelne Gesichtszüge lassen sich hierbei nicht einstellen. Zudem kann man sich noch mehr oder weniger absurde Tattoos ins Gesicht zaubern. Sogar auf beide Gesichtshälften. Toll. Die Haare sind eine künstlerische Bankrotterklärung. Da wählt man gern die polierte Halbkugel. Der Körper kann auch etwas angepasst werden. Allerdings sind die Einstellungsmöglichkeiten auch hier eher karg und schlicht umgesetzt. Insgesamt kann man nur hoffen, dass dies alles nur Platzhalter sind, denn so lässt sich momentan kein Charakter nach eigenen Vorlieben oder Wünschen erstellen.

Ok, rein ins Spiel. Nach etwas mehr Ladezeit stehe ich in einer Kammer. Offenbar befindet sich diese in einer Basis bzw. Bunker. Die Grafik und Texturen sind ok. Nichts was zum Staunen einlädt aber eben ok. In der Basis findet man einige NPC die Quest vergeben. Die Quests kommen erstmal 08/15 rüber. Aber ich merke schnell, dass man doch versucht, etwas mehr draus zu machen. So bekommt man z.B. die Aufgabe für den Befehlshaber der Basis im Hospital einige Medikamente zu schnurren. Diese werden verweigert. Man kann nun zurück zum Questgeber und eingestehen das man es nicht geschafft hat oder eine Lösung finden. Ich versuch es mit dem guten alten Diebstahl. Dabei werde ich erwischt und mir wird eindringlich geraten, sofort das Weite zu suchen. Diese kleinen Wendungen sind richtig nett.
 
In einer anderen Mission werde ich gebeten, den vermissten Mann zu finden. Ööööööde. Diese Quest, also genau DIESE Quest, also "finde meinen verloren gegangenen Mann", hatte ich schon in gefühlten 1000 Spielen erleben und erledigen dürfen. Jedes Mal mit aller größter Freude, versteht sich.  Aber, und ich will hier nicht Spoilern daher nur so viel, die Geschichte entwickelt sich dann doch etwas anders als erwartet. Nicht schlecht. Es ist nicht so, dass man hier irgendwelche tollen Questsystem Techniken, geniale Vertonung einsetzt oder groß auf ultimative Entscheidungen setzt, vielmehr hat bei Huckleberry Games offenbar jemand ein gutes Gespür die Questabläufe rein von der Story her schön zu verpacken und damit einfach mehr rauszuholen.

Für abgeschlossene Quests erhält man natürlich auch Belohnungen. Mal irgendein Item oder Items, mal Credits oder eben beides. Gegner und Viecher lassen nach ihrem ableben Loot liegen, dass man einsammeln kann. Hier und da findet man Loot-Kisten. Alles was man in der Welt abwirft bleibt auch genau dort liegen und kann von jedem anderen Spieler eingesammelt werden. Ob das Bug oder Feature ist, keine Ahnung. Schlecht ist es nicht. So findet man eigentlich ständig irgendwelche Dinge. Alles was irgendwie ausrüstbar ist nutzt sich auch durch die Anwendung oder äußere Einwirkungen (Beispiel: Waffen, Rüstung) ab. Allerdings gibt es die Möglichkeit eine Reparatur durchführen zulassen.

Edengrad

In der der näheren Umgebung gibt es überall Ressourcen Spots, also z.B Eisen, Sand, Bäume (zum umhauen) und einiges anderes. Alles was man so aufnimmt, landet im Inventar. Das funktioniert auf Gewichtsbasis. Jedes Teil hat sein Gewicht. Solange man nicht die Obergrenze vonn 500 erreicht ist alles gut. Die Grenze ist recht hoch. Man kann also eine ganze Zeit lang sammeln ohne, dass man erstmal irgendwie Probleme bekommt. Sobald man jedoch das Gewicht erreicht hat, bekommt man doch ein Problem. Es gibt nämlich keine Bank und auch keinerlei Möglichkeit sein Zeug zu verkaufen. Offenbar will der Entwickler hier auf eine Spieler gesteuerte Ökonomie setzen. Alles wird von Spielern hergestellt und durch Spieler verkauft. Ein Auktionshaus oder ähnliches gibt es jedoch nicht. Ok, also kein Platz. Spätestens jetzt muss man sich doch mal mit dem Crafting auseinandersetzen. Denn schließlich kann man so die ganzen Ressourcen und damit Gewicht loswerden.

Beim Crafting muss man zunächst Rezepte erlernen. Ganz am Anfang hat man in jedem Craftingbereich einen Punkt frei womit man das erste Rezept freischalten kann. Hier sollte man nicht unüberlegt vorgehen und genau schauen, wie man beim Erlernen der weiteren Rezepte vorgehen will. Erfahrung erhält man, wenn man in diesem Bereich irgendetwas fertigt. Also zum Beispiel beim Tailoring: Für jedes gecraftete Teil aus dem Bereich erhält man Tailoring XP und durch diese steigt man auf wodurch man neue Punkte für das Erlernen von neuen Tailoring Rezepten erhält. Das gleiche gilt dann für alle anderen Bereiche. Für die meisten Bereiche benötigt man eine Craftingstation. Ohne lässt sich kein Item bauen. Craftingstationen findet man in der Basis bzw. hier und da auch in der Welt. Mit fortschreitenden Level im jeweiligen Bereich werden die Items anspruchsvoller und komplexer. Soweit ich das gesehen habe, kommen dann auch noch diverse Qualitätsstufen hinzu. Ja, das macht durchaus Spaß, auch weil man nicht krampfhaft versucht das Rad neu zu erfinden.

Offenbar kann man auch Häuser, Basen und Städte bauen. Hierfür erhält man bei „Bob“ eine kleine Einweisung. Im Startergebiet kann man jedoch keine eigenen Bauwerke erreichten. Hierfür muss man zu einer anderen Karte wechseln. Dort gibt es Stadtslots die die Gründung einer Stadt erlauben, sofern man zuvor eine Organisation gegründet hat. Diese kostet übrigens 1500 Credits. On es darüber hinaus noch bebaubare Gebiete für das kleine Eigenheim gibt, konnte ich bisher noch nicht in Erfahrung bringen bzw. ausprobieren. Wenn ich es richtig verstanden habe, handelt es sich dabei um offene PvP Gebiete. Dort wäre dann niemand und nichts sicher. Nebenbei, das Startgebiet dagegen ist sicher. Dort ist ausschließlich PvE angesagt.

Apropos Karten. Die Kartengröße ist nicht immer gleich. Das Startgebiet hat 2500m². Yuma, ein angrenzendes Gebiet, hat 3000m².  Tohomo, ebenfalls angrenzend und ein Städtebaugebiet dagegen nur 1500m².

Der Survival Aspekt. Der besteht genau aus 3 Dingen: Hunger, Durst und Energie. Letztere wird regeneriert, wenn man sich in seinem Zelt oder später wohl auch in einem Bett ausruht. Es dauert eine ganze Weile bis man Hunger oder Durst verspürt, so dass man den Survival Aspekt gar nicht so richtig mitbekommt. Jedenfalls kam ich nicht wirklich an irgendeine Situation erinnern in der ich kurz vor dem verhungern oder verdursten war. Ja, natürlich isst und trinkt mein Charakter egelmäßig, aber Essen und Wasser ist irgendwie immer da. Hier will sich einfach noch kein richtiges Survival Feeling breitmachen. Vielleicht ist das ja auch nur im Startgebiet so oder es wird noch angepasst.

Im Grunde fühlt sich das alles sehr MMORPGig an. Man erledigt Quests mit ihren Geschichten und Handlungssträngen. Erkundet die Welt und die vielen teilweise sehr schön in Szene gesetzten Schauplätze. Geht jagen, sammelt Ressourcen und verarbeitet diese zu Items die man gebrauchen kann oder eben nicht. Erstellt ganze Gärten udn sorgt dafür, dass die Pflanzen gedeihen. Zudem kann man Organisationen gründen oder beitreten um eine eigene Stadt aufzubauen. Dabei behält man natürlich die Entwicklung seines Charakters im Blick, um den Anforderungen der „harten“ Welt gerecht zu werden. Klassen gibt es nicht, sondern jeder Charakter lernt eben die Skills, die einem sinnvoll erscheinen. Dazu kommt dann noch die Anpassung der Charaterwerte wie z.B. Erhöhung der Energie und Gesundheit. All das garniert mit einem Schlag Survival. 

Edengrad

Fazit:
Edengrad ist im derzeitigen Zustand auf keinen Fall die Liebe auf den ersten Blick, vielleicht nicht einmal auf den zweiten. Doch Edengrad hat durchaus jetzt schon einiges zu bieten, wenn man sich auf das Spiel einlässt. Man sollte natürlich auch etwas mit dem Setting anfangen können und natürlich eine gewisse Leidenschaft für durchaus klassisches MMORPG Gameplay mitbringen. Für 12,99€ kann man in diesem Fall wirklich nicht viel falsch machen. Doch wer sich eine Alpha Version eines Spiels nicht antun mag, der sollte sich diesen Titel erstmal nicht in seine Steam Bibliothek packen.

Es gibt und wird sicher auch in naher Zukunft Lags, Bugs, glitches und unfertige Quest geben. Ich erspare allen das typische „es hat Potential“ Gebrabbel. Wichtig ist nur was die Entwickler auch tatsächlich an Spielfakten schaffen. Bisher arbeiten die Entwickler schnell und effektiv. Ob das auch dauerhaft so bleibt, wird sich zeigen. Sicher ist, Edengard steht erst am Anfang und hat noch einen langen Weg vor sich.