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Faron

Aysen

Neuling
Name: Alandra Michaels
Clanrufzeichen: Faron
Einheit: Notwehr
Stellung: Kommandosoldat



Sie kam gerade aus dem Pferdestall, nachdem sie einen Ausritt über die Farm unternommen und die verschiedenen Felder inspiziert hatte. Alandra war eine hochgewachsene Frau mit blondem Haar, welches sie gewöhnlich als Pferdeschwanz trug. Ihr ganzes Leben hatte sie hier auf der Farm ihres Vaters verbracht und nach seinem Tod vor zwei Jahren hatte sie diese selbstverständlich übernommen.

Jetzt ging sie quer über den Hof hinüber zum Wohngebäude, wo sie sich erst einmal aus den verschwitzten Klamotten schälte und unter die Dusche sprang. Unter der Dusche vermeinte sie eine Art Grollen zu hören, schrieb dies aber den schlechten Leitungen im Haus zu. Nachdem sie mit der Faust gegen die Wand geschlagen hatte, hörte das Geräusch auf und sie vergaß es für den Moment.

Anschließend begab sie sich in den Wohnbereich – im Grunde war es ein großer Raum, der zugleich als Küche, Esszimmer und Wohnzimmer diente. Sie brutzelte sich noch ein Abendessen, schmiss alles auf einen Teller und ging hinaus auf die Veranda vor dem Haus, um dort zu essen. Inzwischen schickte die Sonne ihre letzten Strahlen über den Horizont, es wurde nun schnell dunkel.

Während sie noch so dasaß und kaute, fiel ihr mit einem Male diese seltsame Stille auf. Kein Vogel sang, kein Insekt zirpte, selbst der Wind schien den Atem anzuhalten. Sie kaute langsamer, und ihre Augen huschten unter die inzwischen langen Schatten der Gebäude und Bäume. Irgendetwas war hier faul. Mit einem Fluch über das nun kalt werdende Essen ging sie ins Haus und schloss einen der Schränke auf. Darin standen insgesamt 4 Gewehre, alle penibel gepflegt, stets geladen und griffbereit. Ein fünftes Fach war leer – dieses Gewehr befand sich noch draußen im Pferdestall bei ihrem Sattel, wo sie es vorhin zurückgelassen hatte.

Alandra nahm sich ein Schrotgewehr, steckte sich noch eine Schachtel mit Munition in die Tasche ihrer Weste und verließ das Haus durch die hintere Türe. Sie wollte zunächst hinüber zum Pferdestall, um nach den Tieren zu sehen und das andere Gewehr zu holen. Wer weiß, wer oder was sich hier herumtrieb, da war es keine gute Idee, eine scharfe Waffe einfach so herumstehen zu lassen. Innerlich schimpfte sie auf ihre eigene Vergesslichkeit.

Im Schatten der Gebäude schlich sie sich in Richtung des Stalls. Sie konnte die beiden Pferde darin nervös mit den Hufen scharren hören. Auch sie schienen irgend etwas zu spüren. Alandra ging an der Wand des Stalls vorbei in Richtung des vorderen Tores. Sie hatte gerade die Hand am Riegel, als sie deutlich einen Ast knacken hörte.

„Wer ist da? Zeig dich. Ich weiß, das du da bist, komm raus!“ Sie hob die Flinte und starrte in das Dunkel vor ihr. Einen Sekundenbruchteil später blitzte es auf. Alandra schmiss sich instinktiv auf die Erde, hinter ihr zerbarst etwas mit lautem Getöse und sandte Holzsplitter in alle Richtungen. Die Pferde drehten nun völlig durch, wieherten laut und donnerten mit ihren Hufen gegen die Türen ihrer Boxen.
Stolpernd kam Alandra wieder auf die Füße, taumelte rückwärts durch das Loch, das einmal das Tor der Scheune war. Sie hockte sich hinter einen der Balken, hob das Gewehr ans Auge und starrte wieder in das Dunkel vor dem Tor. Die Pferde gebärdeten sich wie toll, Alandra konnte nicht hören, ob sich draußen etwas tat. Plötzlich hob sich vor dem dunklen Himmel ein Umriss ab. Alandra zögerte nicht lange, sie zielte und schoss beide Läufe ab.

Der Umriss verschwand. Allerdings war sich Alandra bei weitem nicht sicher, ob sie getroffen hatte. Oder ob sie überhaupt richtig gesehen hatte. Schnell lud sie das Gewehr nach. Sie verharrte weiter in ihrer geduckten Position. Ihr Herz schlug ihr gegen die Rippen, aber seltsamerweise verspürte sie keine Angst. Eher war sie sauer – wie konnte sie es wagen hier, auf >ihr< Land zu kommen und sie einfach beim Essen zu stören!

Schließlich sprang sie auf und öffnete die Boxen der beiden Pferde. Bei dem Lärm, den die beiden immer noch machten, konnte sie sich nicht konzentrieren. Die Tiere rannten wie vom Teufel gejagt hinaus durch das Loch, ihr Hufschlag war einen Moment zu hören, dann war es wieder still.
Alandra verharrte eine gute Stunde im Stall, bevor sie sich hinaus auf den Hof wagte. Sie nahm das zweite Gewehr ans sich und verließ den Stall. Vor dem Tor sah sie einen unförmigen, dunklen Haufen auf der Erde liegen. Also hatte sie doch etwas erwischt. Sie stieß es mit dem Fuß an, aber es rührte sich nichts. Der Mond war hinter Wolken verborgen und es gab nicht genug Licht, um Einzelheiten zu erkennen. Aber die Konturen von diesem... Ding... sahen nicht nach einem Menschen aus. Alandra knurrte einen Fluch. Sie wollte eine Taschenlampe holen und genauer nachsehen.

Sie war gerade auf der Schwelle der Veranda, als sie hinter sich ein Geräusch hörte und die Front des Gebäudes in ein rotes Licht getaucht wurde. Als sie einen Blick über die Schulter warf sah sie in dem nachlassenden roten Licht weitere unförmige Gestalten, die sich in einer fremden Sprache Worte zuriefen. Es hörte sich eher wie ein heiseres Zischen an. Alandra warf die Schrotflinte zu Boden, hob das andere Gewehr ans Auge und schoss.

******

Am nächsten Morgen traf eine Einheit des nächstgelegenen Militärstützpunktes ein, alarmiert durch verschiedene Meldungen von Farmern in dieser Region. Sie hatten während der Nacht manches Drama miterlebt, hatten selbst Invasoren zurückgeschlagen und waren auch oft zu spät erschienen. Einige der Soldaten hatten noch nie so viel Leid und Elend gesehen wie in den letzten 12 Stunden.

Auf Alandras Farm bot sich ihnen jedoch ein anderes Bild. Der Stall war vollkommen in sich zusammengefallen und schwelte an einigen Stellen. Vom Haupthaus fehlte ebenfalls ein großer Teil, nur eine kleine Ecke stand noch, als wollte das Haus rein aus Trotz nicht völlig verschwinden.

Vor der Zufahrt zum Grundstück war eine Mistgabel in den Boden gerammt worden, und auf deren Spitze steckte der Kopf eines Thraxx. Seitlich vom Haus brannte ein großer Scheiterhaufen. Er wurde von einer hochgewachsenen Person geschürt, die daneben stand, ein Gewehr über dem Arm und mit einer versteinerten Miene. Sie sah völlig verdreckt und zerzaust aus, ihre Kleidung war zerrissen und mit dem Blut ihrer Gegner verschmiert.

„Ihr kommt zu spät, Jungs. Viel zu spät. Die Arbeit ist schon getan...“
Dann fiel sie in Ohnmacht.
 

Aysen

Neuling
Persönliche Aufzeichnungen
Alandra "Faron" Michaels


Das musste ja passieren, war ja irgendwie schon überfällig. Mein Dad hat das damals schon gesagt. Uns ging es einfach zu gut. So gut, dass wir uns wegen Hautfarben, Religionen, Macht, Geld und Besitz gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben.

"Aber warte mal ab, Kind." hat mein Dad dann immer gesagt. "Eines Tages kriegen wir die Quittung. Aber ich hoffe, dass werder du noch ich das miterleben müssen." In seinem Fall trifft es zu. In meinem Fall...

Nachdem man mich von unserer Farm weggeholt hatte, wurde ich wohl in das nächstgelegene Militärcamp gebracht. Ich weiss davon nichts mehr, muss wohl völlig weg gewesen sein. Auf jeden Fall bin ich in einem dieser Standard-Militärzelte aufgewacht, auf einer behelfsmäßigen Liege. Um mich herum lagen noch viele weitere Menschen, viele in einem wesentlich schlechteren Zustand als ich. Weißkittel wuselten überall herum. Und draußen schien auch die Hölle los zu sein. Ich habe den Lärm von herumrennenden Menschen und das Dröhnen großer Maschinen gehört.

Ich habe es dann schließlich geschafft, mir einen der Ärzte zu schnappen. Ich habe ihn gefragt, wo zum Geier ich wäre. Er sagte mir, dies wäre ein Übergangslager vor dem CMOC. Und dann noch irgendwas von wegen "Logos" und "empfänglich", was ich aber nicht verstanden habe. Bevor ich weitere Fragen stellen konnte war er mir schon wieder entwischt. Im Verlauf der nächsten Stunden wurde ich total auf den Kopf gestellt, man stellte mir seltsame Fragen, zeigte mir Kärtchen mit Symbolen darauf, die ich komischerweise irgendwie kannte... Ich kam erst gar nicht dazu, weitere Fragen zu stellen.

Schließlich kam dieser Offizier auf mich zu. Seine Uniform hatte ein wenig gelitten, aber das Lametta blitzte noch ordentlich. Ich sollte mit ihm gehen. Stinkig wie ich war, erklärte ich ihm detailgetreu, was er mich könne, und ich würde nirgendwo hin gehen, bevor mir nicht jemand ein paar Fragen beantworten würde.

"Kommen Sie." meinte er nur "Folgen Sie mir in die Basis, dann werden Sie es wohl verstehen." Da war etwas in seiner Stimme und in seinen Augen, was mich verstummen ließ, und ich folgte ihm. Wir schritten durch das Lager, einer langen Schlange von aneinandergereiten Zelten. An einer Ecke bogen wir ab, und mir fiel schlagartig ein, wo ich hier genau war. Klar, CMOC. Cheyenne Mountain Operations Center.
Das war ja nun kein unbekannter Ort. Früher war hier mal NORAD stationiert. Davon ab hatte es schon in diversen Filmen als Kulisse gedient. Jetzt standen Soldaten mit grimmigen Gesichtern Wache vor den gewaltigen Panzertoren, die beide ein Stück weit geöffnet waren, gerade genug, um zwei Menschen nebeneinander hindurchzulassen. Ich habe mich noch einen Moment lang gewundert, was für komische Waffen die Soldaten in der Hand hatten, da waren wir auch schon daran vorbei.

Der Offiziert führte mich durch verschiedene Gänge - ich verlor sehr schnell den Überblick. Hätte mich nicht gewundert, wenn wir plötzlich in China wieder herausgekommen wären. Schließlich standen wir vor einer weiteren Panzertür, die aber noch geschlossen war.

"Warten Sie hier, und gehen Sie hinein, wenn die Türe sich öffnet." Ich habe noch im Scherz gefragt, ob das der Raum mit dem Stargate wäre und mich gleich Colonel O'Neill begrüßen würde. Er hat einen Moment auf seine Stiefel gestarrt (ich glaube, er hat sich ein Grinsen verkniffen) und mich noch einmal gebeten zu warten. Dann ist er irgendwo hin verschwunden.

Was soll ich sagen, die Türe ging auf, und ich sah als erstes eine Gruppe weiterer Leute, die mit teils unsicheren, teils ängstlichen Gesichtern zu mir herüberblickten. Und dann sah ich diese seltsame Apparatur. Inzwischen weiss ich, dass es wohl eine Art künstliches-Wurmloch-Portal war. Wer auch immer sich dafür entschieden hatte, das Teil ausgerechnet hier aufzustellen, er musste einen seltsamen Sinn für Humor haben.

Nach und nach hat man durch dieses Ding geschickt. Das war ein seltsames Gefühl, als würde einen etwas packen und dann mit Wucht durch die Gegend werfen.

Tja, und jetzt? Jetzt hocke ich hier in so einer Art Ausbildungslager, man drückt mir verschiedene Waffen und Ausrüstungsgegenstände in die Finger und erzählt mir irgendwas über diese Zeichen, die dann wohl diese "Logos" sind und mal von irgendeiner alten Rasse zurückgelassen wurden...

Naja, ich muss jetzt gehen. Unser Ausbilder hier hat für den Nachmittag eine Übung angesetzt, und ich will ihn dazu überreden, mich endlich mal an das schwere Gerät zu lassen.
 

Aysen

Neuling
Persönliche Aufzeichnungen
Alandra "Faron" Michaels

Also gibt es keinen Weg mehr zurück. Wir haben die Erde verloren... Gestern kam einer der höheren Lamettaträger zu uns und teilte uns mit, dass alle Versuche, wieder mit einem der künstlichen Wurmlöcher auf der Erde Kontakt aufzunehmen, gescheitert sind. Wir sitzen hier fest.

Der Grund für die Evakuierung war ja der gewaltige Felsbrocken, den uns die Bane aus dem Asteroidengürtel angeschleppt hatten, um ihn mit der Erde kollidieren zu lassen. Der Brocken muss ganze Arbeit geleistet haben. Ob überhaupt noch etwas übrig ist? Dreckige miese Feiglinge.
Aber wir lassen Sie mit jedem Tag der vergeht dafür büßen, denn in einem Punkt sind wir ihnen haushoch überlegen - nichts im Universum ist so stur wie ein Mensch!

Eines Tages finden wir einen Weg zurück. Wir werden die Erde wiedersehen, sollte sie noch existieren. Ich hoffe nur, dass wir dann keine neue Zivilisation vorfinden - mit 6 Beinen.
 
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