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Valerie

Valerie

Neuling
Dies ist oder besser wird "meine" Geschichte.
Die Geschichte von Valerie, welche in loser Folge bis zu ihrem Tod fortgesetzt wird.
 

Valerie

Neuling
Das Erwachen

Sie schrie ... und wachte von ihrem eigenen Schrei auf. Jeden Morgen das Gleiche! Der schale Geschmack von zu viel Ale im Mund, das dünne, vollkommen durchgeschwitzte Bettlaken und das jähe Erwachen nach einem Albtraum.
Sie war gefallen, eine Brücke, schier endlos der Fall. Luca! Er hatte ihr von seinem Tod erzählt, dem Sturz von der Brücke und von seinem zerschmetterten Körper auf den Steinen. Das muss diesen Traum ausgelöst haben.
Ihre Kleidung lag überall im Raum verteilt. Nein, nicht ganz, ein Söckchen hatte sie noch an. Sie zog auch das aus und ging unter die kleine Einbaudusche.
Eiskalt, Gänsehaut, ihre Zähne schlugen aufeinander, sie fror, nicht nur äußerlich, auch von innen heraus. Ihre Kopfhaut schien zu gefrieren und sie drehte schnell das Wasser ab.
Minutenlang stand sie noch da und das Wasser ran ihren Körper hinunter. Ihre Augen schauten ins Nichts. Sich sich selber stellen? Er hat gut reden! Sie war eine Frau ohne wirkliche Identität, wie sollte sie sich sich selbst stellen können?
Es dauerte eine Weile bis sie bemerkte, dass die Tropfen, die auf ihre Brust fielen ihre Tränen waren. Schnell drehte sie das Wasser wieder auf.
Eiskalt!

Die Ärztin nickte Valerie kurz zu. Sie war wohl noch sauer weil Valerie sie am Abend zuvor so angebrüllt hatte. Selbst schuld. Ihn einfach ans Bett zu fesseln wie ein wildes Tier, was sollte das denn?!
Robert schlief ruhig. Sein Gesicht war ausdruckslos, so wie sie ihn als Kind kannte. Er hatte nie gelächelt, selten eine Miene verzogen. Die kleine Valerie hatte ihn "großer Roboter" genannt.
Die große Valerie lächelte und strich ihm über das Haar. "Komm, wach auf, Großer!" Er tat ihr den Gefallen ...
nicht.

Da war er wieder, dieser Geruch, den sie nicht mochte. Desinfektionsmittel, hatte die Kleine heute Nacht zu ihr gesagt. Nein! Das war es nicht. Es war der Geruch von Sterben und Tod. Er war stärker als jedes Desinfektionsmittel. Sie musste hier raus.
Sie erinnerte sich, wie sie als Kind zum ersten Mal diesen Geruch gerochen hatte. Sie war gerade zwölf geworden. Robert hatte sie gerade gelobt, was selten genug vor kam. Sie hatte die Pistole in Rekordzeit mit verbundenen Augen auseinander genommen und wieder zusammengesetzt. Dann kam der Doc.
Immer wenn sie ihn sah, spürte sie diese Abneigung. Alien, so nannte sie ihn spaßhaft. Unwissend wie recht sie hatte. Sie fürchtete sich vor ihm.
Der Raum war ganz in Weiß gestrichen und so hell wie sie nie zuvor einen Raum gesehen hatte. Und dann dieser Geruch! Sie lag auf einer Art großer Tisch und konnte kaum ihre Augen offen halten, so grell war das Licht. Der Doc war da, auch er ganz in Weiß. Sie sah nur seine Augen. Sie wunderte sich damals. Erst jetzt wo sie nur die Augen sah und sonst alles weiß in weiß, fiel es ihr auf. Es waren Roberts Augen. Der Doc hatte ihm die Augen gestohlen, dachte sie noch, dann wurde es Nacht um sie.

Schwarz! Weiß? Nein! Das Leben war nicht Schwarz/Weiß! Es war grau ... sam!
Raus hier! Dieser Geruch. Sie musste etwas trinken. Den Geruch wegspülen. Die Erinnerung gleich mit dazu.
"Himmel oder Hölle?" kam eine krächzende Stimme vom Bett her.
Sie dreht sich um und hätte sich fast auf ihn geworfen. Sie strahlte ihn an "Hallo, Großer, ausgeschlafen?"
Robert blinzelte leicht "Valerie?" Er starrte sie an wie einen Geist "Aber .... Du bist tot. Also doch eher der Himmel."
"Nein, wenn wäre es die Hölle, Großer" sie schaut ihn nun ernst an "Wie geht es Dir?" Die Ärztin näherte sich und zog sich gleich darauf wieder zurück, als Valerie ihr einen kurzen Blick zuwarf.
Robert schien in sich hinein zuhören, um ihre Frage so genau wie möglich zu beantworten. "Ich bin ein Monster" sagte er tonlos.
"Blödsinn" platzte Sie heraus "wir wurden beide belogen und benutzt. ER war das Monster und wir seine Werkzeuge. Es ist vorbei, Robert."
Er nickte leicht. Verdammt, muss er immer so ausdruckslos schauen. Zeig doch einmal Gefühl du Roboter. "Ja, das hoffe ich, Valerie. Wann ist es soweit?"
"Was?" sie schaute ihn verdutzt an. "Wann werde ich exekutiert?" Nun begriff sie. "Verdammt, Robert" sie nannte ihn schon früher immer Robert und nie Großer wenn sie wütend auf ihn war "Du wirst leben, Du musst leben."
Sein Kopfschütteln machte sie noch wütender und sie wollte schon loslegen als sie merkte dass er wieder ohne Besinnung war. "Doktor" schrie sie und die Ärztin zuckte erschrocken zusammen und stand sogleich bei ihr.
"Was ist mit ihm?" fragte Valerie besorgt. Die Ärztin warf einen Blick auf die Geräte und dann auf ihren Patienten. Sie leuchtete kurz in die Pupille, wie sie es mal in einem alten Film gesehen hatte und meinte dann wichtig
"Er schläft"

Blöde Kuh. Valerie öffnete die Tür und ihr Ärger verflog erst als sie Eva sah.
Irrte sie sich oder waren Eva´s Brüste wieder mal gewachsen? Riesig wäre Untertrieben!
Sie muss wohl zu lange auf die Brüste der Vorzimmerdame geschaut haben, denn diese räusperte sich nun und grinste sie an.
"Neu?" fragte Valerie nur und nach dem Nicken sagte sie noch "Gewaltig!" Eva schien es für ein Kompliment zu halten und lächelte sie erfreut an. "Sie erwartet Dich schon. Nimm Dich in acht, sie ist sehr schlecht drauf!"
"Ist sie endlich da? Schick sie rein! Keine Störungen! Code AFBN!" Eirenes Stimme klang gereizt. Valerie schmunzelte. AFBN - auch für British nicht. Eirenes Lieblingsabkürzung, sie wusste was das bedeutete, doch irgendwie war es dieses Mal anders. Dieses Prickeln, es war diesmal nicht da.
Eirene Semli Generalleutnant stand an der Tür, die Valerie öffnete als das leise Summen ertönte. Die Frau, die sich nun hinter dem riesigem Schreibtisch erhob, war in Valeries Alter. Blondierter Bürstenhaarschnitt, einen ganzen Kopf größer als Valerie und ein rundes Mondgesicht auf dem nun ein strahlendes Lächeln erschien.
"Endlich! Wo bleibst Du denn? Gut siehst Du aus! Wie ist es gelaufen?" Typisch Eilene, dachte Valerie und ehe sie antworten konnte spürte sie die vollen Lippen der Größeren auf den ihren und wie sich eine Zunge in ihren Mund schlängelte.
 

Valerie

Neuling
Grün und Weiss

Sex! Valerie schmunzelte und spürte wieder dieses so wundervolle Kribbeln als sie an Taliana, Hiro und auch Edelweiss dachte. Cal, ihr Retter, hatte schnell die Flucht ergriffen, als die Frauen bei diesem Thema angelangt waren.
Leise lachte sie in sich hinein. Männer! Sie waren so einfach strukturiert, so durchschaubar, so lenkbar. Es gab aber auch Ausnahmen. Luca, sie wurde nicht so recht schlau aus ihm. Ja, er hatte den Spieß umgedreht.
Schnell verscheuchte sie die aufkommenden Gedanken. Sie war nahezu nüchtern. In Gedanken zählte sie .... vier, nein fünf Ale. Lange nicht genug um zu vergessen.

Der Abend begann erst mit einem Schreck. Sie wollte nach Robert schauen, doch dieser war fort. Diese dumme Kuh von Ärztin hatte ihn gehen lassen.
Sie rannte zu Agneta, doch auch die hatte ihn nicht gesehen. Ihre Nachricht wurde umgehend von ihm beantwortet. Kurz und knapp und gefühlskalt wie immer. Halde, führe eine Gefangene in die Freiheit. Halde? Gefangene? Großer! Kann kaum die Waffe halten und muss schon wieder Weltenretter spielen. Unverbesserlich!
Ärgerlich über sich selbst bestellte sie drei Ale, es wären sicher noch viel mehr geworden. Doch Luca war da und ... Maria. Nein, Frau Tyrel! Sie grinste als sie an Marias schroffe Worte dachte. Gern hätte sie zu ihr gesagt, dass sie sicher eine großartige Kämpferin war und vielleicht auch etwas vom Befehlen wusste, aber ganz sicher nicht viel darüber wie es in der Kleinen aussah.
Vielleicht passte es sich mal.

Eines der drei Ale gab sie dann Melina. Sie hatte nicht viel mit ihr reden können und auch nicht der Unterhaltung zwischen Luca und Melina folgen können, denn urplötzlich war Hiro erschienen.
HIRO! Sie konnte ihre Freude kaum zügeln und am liebsten wäre sie der großen Grünhaarigen um den Hals gefallen. Am Tag zuvor hatte sie sie zum Tresen gehen sehen und die Augen nicht mehr von ihr lassen können.
Es war da! Das Kribbeln, dieses wunderbare Kribbeln. Es stieg langsam in ihr hoch, füllte sie aus, sie könnte sich gerade noch zurückhalten um nicht leise vor Wonne aufzustöhnen. Lüsterne kleine Schlampe, beschimpfte sie sich in Gedanken. Es half nichts.
Sie war wieder da. Nahm ihren Helm ab und schüttelte leicht ihren Kopf. Die grünen Haare bewegten sich wenig, sie waren zu kurz. Valerie lächelte sie an. Sie war froh, dass sie immer und überall eine Sonnenbrille trug.
Fast immer - sie lachte leise auf.

Augen sind ein Spiegel der Seele.
Nein, nicht bei allen.
Seit sie aus dem Koma erwacht war konnte sie ihre Gefühle nicht mehr verbergen. Ihre Augen verrieten alles!
Egal ob sie log, sich freute, traurig war oder eben lüstern.
Ein Hoch auf den Erfinder der Sonnenbrille!
Sie beeilte sich ein Ale für Hiro zu bestellen und antwortete Maria nur noch kurz. Ja, sie verzichtete sogar darauf sie weiter zu sticheln.
Augen nur für Hiro.

Ihr Retter, Cal. Auch er kam auf ein ... nein, kein Alkohol heute. Überraschen Sie mich. Er siezte Sie. Und ihre schnelle Antwort "Willst Du das wirklich?" schien er nicht zu hören.
Ein Saft für Cal.
Luca und Hiro unterhielten sich. Er erinnerte sich an sie. Gestern war ja auch noch nicht soo lange her. Doch er erinnerte sich nicht mehr, dass Valerie die beiden miteinander bekannt gemacht hatte.
Sie hatte gestern jeden mit jedem bekannt gemacht. Sie war gestern .... sturzbetrunken! Das viele, schöne Ale. Der Joint. Sie hatte es gerade noch nach draußen geschafft. Dann Cal. Mit dem Eimer Wasser. Pudelnasse Valerie. Das war gestern. Oder war es schon vorgestern?
0300 fz. Es war vorgestern!

Taliana. Sie sah Taliana. Hiros Schwester betrat die Taverne kurz nachdem Hiro sich schnell verabschiedet hatte. Enttäuscht hatte Valerie ihr hinterher gesehen.
Auch Luca und Maria gingen. Egal. Aber Hiro ..
Taliana! Verdammt. Sie sah genauso aus wie Hiro. Nur in blond. Und wieder! Das gleiche Kribbeln!
Eineiige Zwillinge!? Wieso verstanden sie sich nicht?
Es kribbelte doch wieder!

Edelweiss. Die Kleine mit der edlen weißen Haut. Ich bin nicht klein! Valerie zog sie gern auf. Zog alle gern auf. Nein, Luca nicht.
Nicht mehr.
Was war in der Kiste, die sie über den Tresen stemmte? Cal sprang helfend hinzu. Cal, der Retter!
Sie kannten sich! Edelweiss und Taliana. Vielleicht sogar sehr gut.
Oder noch besser

Es wurde eine lange Nacht. Es wurde viel geredet. Es wurde gelacht. Es wurde getrunken. Zu wenig getrunken. Zu wenig um die Erinnerungen zu verscheuchen.
Dann warf Taliana nicht unerwartet das Thema Sex in den Raum. Nein, nicht in den Raum, sie warf es in die Runde, denn sie waren mittlerweile nach draußen vor die Tür gegangen. Gleich rechts war noch ein Tisch mit vier freien Stühlen. Wie praktisch. Wie für sie reserviert.
Cal hatte es dann plötzlich sehr eilig. Valerie schaute ihm schmunzelt nach und plötzlich fielen ihr die Worte des japanischen Gelehrten Kiyoshi Inoue ein, sie verstand ihn nicht richtig, denn sie hatte ihm die Kehle durchgeschnitten. Er lächelte sie an und versuchte es daraufhin in englisch und sterbend sagte er "good guys get nothing in the end".

Frauenthema. Sie sprachen über Kleidung im Allgemeinen und Tops im Speziellen. Taliana hatte ja zwischenzeitlich ihre Mechpanzerung in eine leichtere Bekleidung gewechselt. Unter anderem besagtes Top.
Valerie schaute auf die Handschuhe von Edelweiss und meinte sie wären viel zu klobig, worauf Edelweiss sie auszog und verstaute. Kleine, wollte Valerie daraufhin sagen, bleib Du selbst und lass Dir von niemandem etwas einreden.
Doch es war nun nicht die Zeit des Redens. Die Luft zwischen den drei Frauen kam ihr wie elektrisiert vor. Das Kribbeln! Die Luft. Es war die Zeit für ...
ihr PDA summte leise.

Verärgert aufseufzend nahm Valerie das PDA und schaut auf die dezent leuchtenden Buchstaben.
Eirene! Es war also nun die Zeit für den Showdown.
Valerie verabschiedete sich von den beiden und sah die Enttäuschung in den Gesichtern.
Sie lächelte tapfer, war froh dass die Sonnenbrille ihre verräterischen Augen verdeckte und ging bevor ihr die Angst anzusehen war.
Es hätte so eine schöne Nacht werden können! Böse Valerie! Nun sollte die Quittung folgen und die Währung war ... ihr Leben.

Eine Hand berührte sie an der Schulter.
Instinktiv wollte sie zu ihrem Schwert greifen.
Sie griff ins Nicht. Richtig. Was nutzen Waffen.
Sie schaut auf den Piloten der sie aus ihren Erinnerungen geholt hatte.
Jack, war sein Name. Sein Mund, der etwas schief war, weil ihm wohl mal ein Bane mit einem Gewehrkolben den Kiefer zertrümmert hatte, öffnete sich.
"Major, wir sind da" Sie nickte und erhob sich langsam.
Das Ende der Reise? Ihrer Reise? Kaum ein Jahr hatte sie gelebt, wirklich gelebt und schon das Ende?
Wenn Cal, der schlaue Cal, Cal der Retter wirklich recht behielt so musste es nicht das Ende sein. Wenn!
Sie wünschte es sich. Wünschte es sich so sehr.
Sie wollte noch nicht sterben! Sie wollte leben, sie wollte Spaß und sie wollte Sex.
 

Valerie

Neuling
Die Rettung ?

Verdammte Lügnerin!
Das Wasser prasselte auf sie herab. Sie saß direkt, noch dazu komplett bekleidet, unter dem Wasserfall der Foreas Basis.
Ja, sie lebte. Cal hatte recht behalten, ihr Faustpfand erfüllte den gewünschten Zweck. Das Oberkommando lies sie gehen.
Sie dachte an das was Cal ihr gestand als sie ihm von dem Treffen mit dem Oberkommando erzählte.
Erschiessungskommando! Er hatte sich freiwillig gemeldet. Nicht wissend, dass sie es war, die erschossen werden sollte.
Er war ein guter Schütze, sie hatte es gesehen als er die Amöbe erschoss, die plötzlich in der Basis aufgetaucht war.
Bestimmt hätte er sie gleich richtig getroffen, so dass sie nicht durchlöchert auf den Gnadenschuss warten musste.
Dummer Junge! Nein, stimmt nicht, er war kein Junge mehr. Aber wie konnte er so verrückt sein daran zu denken sich für sie erschießen zu lassen?
Cal, der Retter.

Ja, sie hatten recht! Mit allem was sie ihr vorwarfen und sie wussten noch nicht einmal alles! Sie stand ruhig da im Schutz der Sonnenbrille.
Sie, die Massenmörderin, Verräterin ihrer eigenen Rasse! Sie, die nichts und niemanden wirklich ernst nahm, Provokateurin sondergleichen!
Dann lies sie die Katze aus dem Sack und sah das Erschrecken, ja teilweise Entsetzen in den Gesichtern. Sie war davongekommen, dank des schlauen Cal.
Böse kleine Valerie!

Er schaffte es immer wieder sie zu treffen. Luca.
Hielt ihr den Spiegel vor, legte den Finger in die Wunde. Den Finger? Nein, die ganze Hand!
Sie hatte Angst, wirkliche Angst vor ihm! Nein, nicht vor ihm, vor dem was er sagte.
Er sprach ihre Gedanken aus, die sie hatte wenn sie nüchtern war. So wie jetzt. Nur ein Ale vorhin mit Cal.
Das Wasser. Es war nicht kalt. Cal hatte sich geirrt. Aber vielleicht war dieser andere Fall kalt. Und vielleicht würde er ihn ihr zeigen. Sie würde auch nicht versuchen ihn dort zu verführen. Nein, ihn nicht! Sie würde es bekämpfen.
Das Kribbeln.

Sie lachte leise. Sie hatte sich geirrt. Wie so oft in den letzten Tagen.
Rhondra und Luca waren kein Paar. Sie lachte lauter. Das Rauschen des Wasserfalls übertönte ihr Lachen, so dass nur sie selbst es hörte.
War es wirklich weibliche Neugier oder wollte sie Rhondra provozieren? Sie aus der Reserve locken? Mit ihrer Frage warum sie und Luca kein Paar waren.
Rhondra war die Antwort schuldig geblieben. Vielleicht wusste sie es wirklich nicht. Cal hatte versucht sie zu stoppen. Vergeblich.
Und Rhondra? Sie schien tatsächlich zu überlegen. Sie versuchte nun sicherlich sich selbst diese Frage zu beantworten. Würde sie die Antwort finden? Und würde sie sie Valerie mitteilen?
Valerie lächelte und nickte leicht.

Liebe?
Liebe und Sex?
Liebe und Sex sind für mich untrennbar! Cal sprach diese Worte ruhig aus!
Ja, sie war zu weit gegangen. In Gedanken und mit ihren Worten! Mit Cal spielt frau nicht. Nein, nicht mit Cal.
Sie wollte ihn nicht verlieren, ihren Retter. Sie würde sich zügeln. Sie musste sich zügeln. Sie seufzte leise.
Gier! Gier hatte er es genannt. Ja, mag sein. Gier nach Leben. Gier nach Sex. Vielleicht.
Nein, bestimmt.

Ohoh, zu spät.
Gerade als sie beide die Taverne verlassen wollten trat Maria durch die Tür.
Sie tat so als hätte sie Cal und Valerie nicht gesehen und sprach zu Selma.
Stutenbissigkeit sagte Valerie anschließend zu Cal, wohl wissend, dass dies nicht alles war.
Sie waren sich so ähnlich. Und doch so verschieden. Schnell weg!
Nimm Dich in acht vor ihr, warnte sie Cal noch Minuten bevor sie erschien.
Er hatte Angst um sie? Angst um die kleine böse Valerie? Vielleicht! Zumindest hatte er Angst vor den Folgen. Ja, sie würde sich zurücknehmen. Auch wenn ihr ihr schwer fiel.
Sehr schwer.

Ich werde dann auch ruhen, sagte sie zu Cal.
Er war vorhin fast im Stehen eingeschlafen. Der Tag auf dem Schlachtfeld forderte seinen Tribut.
Vor der Tür lungerten einige Soldaten herum und starrten sie an. Sie wusste um ihre Wirkung und normalerweise genoss sie es. Normalerweise. Heute nicht.
Fast hätte sie ihn zum Abschied umarmt. Nein! Nicht Valerie. Er ist anders als Du dachtest. Ganz anders.
Du hast sicher ein schöneres Zimmer, meinte er mit einem Blick auf die Mannschaftsbaracke.
Ja, natürlich, meinte sie und dreht sich schnell um. Winkte ihm über die Schulter noch kurz zu.
Verdammte Lügnerin!
 

Valerie

Neuling
Verrückt geworden ?!

Halbbane! Mit einer kurzen, geschickten Bewegung zerschnitt das Laserschwert die Luft um Sekundenbruchteile später zu verschwinden.
Nein, Sie konnte es nicht. Konnte ihm nicht die Hand abschlagen. Als es ernst wurde erkannte sie wie schwach sie eigentlich war.
Er schoss! Zweimal. Sie spürte, dass er getroffen hatte. Augenblicklich tropfte Blut auf die Fliesen der Taverne. Ihr Blut.
Sie presste die Hand auf die Wunde an ihrer Hüfte und stöhnte laut auf. Schmerz. Sie war getroffen! Er hatte sie getroffen.
Kein Kunststück, dachte sie, aus nicht mal vier Metern. Da war es eher schon ein Wunder, dass ein Schuss sie verfehlte und der andere sie nicht richtig traf.
Was dachte sie da überhaupt? Langsam, ein Fuß vor den anderen ging sie auf die Tür zu. Arzt! Sie brauchte einen Doc!
"Du musst ins Lazarett" sagte er höhnisch zu ihr. Er ist verrückt, kam es ihr in den Sinn. Es ist verrückt! Sie ist verrückt. Und wenn sie es nicht ist, dann wird sie es langsam.
"Justus, Du bist ein Narr!" presste sie unter Schmerzen hervor. Die Tür öffnete sich mit einem leisen Surren. Warme Luft schlug ihr entgegen. Nicht mehr weit! Lass dich gleich hier runterrutschen. Bist gleich da.
Blut. Ihr Blut. Blutspur.

Autsch! Geschlossen. Die Wunde war geschlossen. Der Verband blutig. Wieso? Schlecht verschlossen? Dumme Kuh!
Kann sie nicht einmal ihren Job richtig machen. Alles Stümper. Der Verband blutet durch. Das darf doch nicht sein. Mit der Hand versuchte sie das Blut aufzuhalten während sie sich wieder langsam auf das Lazarett zu bewegte.
"Na, tut´s weh?" hatte Maria sie gefragt und sie dabei angegrinst. War es ihr Befehl? Hatte sie den Soldaten angewiesen auf sie zu schießen? Valerie schüttelte den Kopf. Ging sie so weit? Sie konnte es nicht glauben, aber warum dann.
"Was guckt Ihr so? Sie hatte ein Schwert! Das war Notwehr!" hatte Justus die Gäste von Selma angebrüllt. Notwehr? Alles nur keine Notwehr. Zweimal! Er schoss gleich zweimal. Was für ein schlechter Schütze!
"Ich liebe Dich nicht!" Sie hatte es zu Cal gesagt, mehrfach und selbst als Maria es hören konnte. Er starrte sie ungläubig an. Schüttelte den Kopf. Murmelte was von "wir gehören zusammen" und "wie willst DU das wissen?". Ja, irgendwie hatte er recht. Liebe! Was wusste sie schon von Liebe!
"Liebe und Sex gehören für mich untrennbar zusammen." Seine Worte klangen noch in ihren Ohren. Sie akzeptierte es. Kein Sex! Liebe? Konnte jemand wie sie überhaupt lieben.
Lüsterne kleine Schlampe! Keine Moral!

Celine musste recht haben! Sie starrte auf den Zettel, den sie ihr in der Nacht zuvor im Vorbeigehen zugesteckt hatte. Da war was Größeres im Gang!
Er saß im Gefängnis. Schlachtfeldneurose? Drogenmissbrauch? Da war mehr. Irgendwer spielte ein böses Spiel mit ihm. Warum mit Cal. Er war doch ihr Retter.
Die beiden schickten sie fort. Was hatten sie vor? Was machten sie mit Cal? Ausgerechnet Maria. Und Celine. Sie kannte Cal doch gar nicht. Wieso schickten sie sie fort?
Tränen. Ihre Tränen. Sie hatte ihn verloren. Wer seine Freunde belügt, der verdient es nicht anders. Lügnerin! Sei doch mal ehrlich. Wenigstens zu Deinen Freunden. Ehrlich. Auch zu Dir selbst.
"Ich habe jemand geküsst, Cal. Während Du im Gefängnis bist habe ich mich vergnügt! Ich liebe Dich wirklich nicht!" Ehrlich! Keine Lügen mehr. Keine Sonnenbrille. Kein Versteckspiel! Wer zu viel lügt, dem glaubt man nicht.
"VAL!" schrie er hinter ihr her, als sie langsam mit hängenden Schultern das Gefängnis verließ. Kein Blick zurück. Sie hatte ihn verloren. Freundschaft? Sie trat sie mit Füßen. Leben! Sie wollte doch nur leben.
Spaß haben. Spaß? Im Krieg? Verdammte Egoistin.

"Erst bist Du dran! Dann Dein Bruder!" ruhig sprach er diese Worte zu ihr. Bruder? Wieso wusste er es nicht. Schlecht vorbereitet, was?
Baneblut? Da! Schau auf die Fliesen, Du Amateurkiller! Blut! Mein Blut! Menschenblut! Homo sapiens, Geschlecht weiblich! Das Flackern in seinen Augen verriet ihr, dass er unsicher wurde. Wer hatte ihn geschickt?
Paranoia! Verfolgungswahn! Verrückt! Sie war kaum noch fähig einen klaren Gedanken zu fassen. Die Hüfte schmerzte. Der Kopf dröhnte. Die Augen brannten. So viel Gefühl. Zu viel Gefühl.
Celine! Steckte sie hinter allem? Celine´s Hand. So nah bei der Pistole. Hass! Verachtung! Mordlust! Ihre Augen sprachen zu ihr. Sie würde sie töten. Sie wollte sie töten. Was hielt sie noch davon ab? Komm schieß Kleine! Und triff besser als er.
Du hättest wenigstens einen triftigen Grund dafür. Ich lebe schon lange von geborgter Zeit. Zu lange? Nur noch wenige Worte, dann war es vorbei. Komm, sag sie, Valerie. Sie schwieg.
Schuldig. Eindeutig schuldig! Celine, Richterin ... und Vollstreckerin in einer Person? Nein! Wortlos und ohne sie noch eines Blickes zu würdigen ging sie an ihr vorbei und verließ die Taverne.
Feigling! Egoistin! Geht doch eh nicht gut!

"Selma! Hast Du noch was stärkeres als das von eben?" Vergessen! Betäuben! Flüchten! Sie konnte nicht mehr. Fertig!
Sie lachte leise vor sich hin. Kleine, es kommt noch schlimmer. Auch Du wirst sie nicht mehr los, die Geister der Vergangenheit. Arme Celine.
Was wirst Du tun? Vielleicht werde ich es noch erleben. Und wenn nicht, wer wird es sein? Hui, das Zeug war wirklich stark.
Sie saß da und wartete, das der Alkohol sein Werk begann. Zu wenig? Viel zu wenig!
Strafe! Sie sollte nicht vergessen. Sollte leiden so wie sie Leid zugefügt hatte. Hölle! Hölle auf Erden! Erde? Quatsch! Sie existierte nicht mehr.
Wir müssen so einige Redewendungen ändern! Lachen. Sie lachte wie irre. Irre? Ja, das war es, die Situation und auch sie selbst.
So viele Gedanken! Sie bekam sie nicht in eine vernünftige Reihenfolge! Vernünftig? Wo war der rote Faden? Der Sinn?
Und das gerade jetzt, wo sie doch eigentlich so glücklich war!
Wo bist Du? Ich brauche Dich! Brauche Dich jetzt!
 
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