G-View: Metal Gear Survive

Zunächst muss einfach festgehalten werden, dass sich Konami sicher keinen gefallen damit getan hat die Kiste "METAL GEAR" zu nennen. Viele, ja richtig viele Reviews sind gefühlt nur deswegen negativ, weil dieses Spiel eben komplett anders ist als die Metal Gear Reihe.  Auch die Sache mit den kostenpflichtigen Speicherslots ist ziemlich unnötig. Die gute Nachricht hierbei ist jedoch, man benötigt keine weiteren Slots. Zumindest wenn man das Ding alleine spielt. Denn speichern kann man sooft man eben will. Es geht nur darum, dass durch den zweiten Speicherslot ein weiterer Avatar gespielt werden kann. Und das ist nicht gerade neu. Konami hätte wahrscheinlich gut daran getan, dem Kind einen anderen Namen zu verpassen, z.B. Charakterslot. Dann wäre die Aufregung bestimmt deutlich geringer ausgefallen.  Zu guter letzt sind dann auch noch die Gefühle der Hideo Kojima Fans verletzt, denn dieser Metal Gear Titel ist der erste ohne Beteiligung des Schöpfers der Metal Gear Reihe. Die doch unschöne Hintergrundgeschichte erspare ich uns einfach mal. 

Hier spürt man also auf jeden Fall die dunkle Seite der Macht, denn all das wird immer und immer wieder durchgekaut und darunter leidet dann das Stück Gamingsoftware. Denn Metal Gear Solid kann durchaus ein sehr geniales Spiel sein, wenn DEIN Mindsetting stimmt.

Nennen wir es doch einfach nur MG Survive. Für sich betrachtet ist es ein richtig gutes Spiel für diese Genre. Man muss jedoch bereit sein, die Verbindung zu Metal Gear Solid & Co. als eher ganz, ganz lose und der Storywegen zu begreifen. Auch sollte man Spaß daran haben, sich in ein Spiel regelrecht hineinzufuchsen. MGS ist nämlich gerade am Anfang recht schwer und man darf unter Garantie einige Tode in Kauf nehmen. Wer ungern sein digitales Selbst sterben sieht, sollte also weit Abstand nehmen. Wer dagegen gern Blut und andere Körperflüssigkeiten schwitzt und sich darüber freut, dass man auch aus schnuckligen Rennmäusen einen recht nahrhaften aber leider doch sehr kleinen und dazu noch seltenen Snack zaubern kann, um dann trotzdem an Hunger zu verenden, der ist hier richtig.

 

Sagt ich schon: Es gibt Zombies?! Die Zombies sind aber in MSG etwas anders als die in anderen Spielen. Gleich blöde, ok, aber dafür einfach gut in Szene gesetzt und als Masse eine richtig gute und dann auch recht unkontrollierbare Gefahr. Also genauso wie ich mir Zombies vorstelle. Ich will nicht Spoilern, aber in manchen Momenten war ich von der Mechanik doch etwas überrascht. Im positiven.  MG Survice hat hier ganz klar bei den Bewegungen der Zombies einiges richtig gemacht. Also Zomie top. Check!

Das Spiel zeigt sich am Anfang eher zugeknöpft. Erst mit zunehmenden Fortschritt offenbaren sich mehr und mehr Möglichkeiten. Geht es am Anfang eher klassich zur Sache, also Nahrung und Wasser suchen, Zombies aus dem Weg gehen oder killen bzw. selbst gekillt werden, wird der Bau der eigenen Basis zunehmend wichtiger. Um sich schneller in der Welt zu bewegen ist es unabdingbar Teleporter freizuschalten. Hier hat man zum ersten Mal die Aufgabe einen Bereich  vor den in Überzahl heraneilenden Zombies zu verteidigen. Später kommen dann weitere Events dazu. Auch die eigene Basis wird im Verlauf der Geschichte immer mal wieder angegriffen und muss dann ala Towerdefense verteidigt werden. 

Der Aufbau der Basis bietet einige Abwechslung der sonstigen Pflichten eines Überlebenden. Es gibt viele verschiedene Strukturen die dafür sorgen, dass man selbst und Team besser und besser versorgt werden.  Apropos Team.  Von Anfang an steht uns bereits ein Gefährte zur Verfügung, der jedoch am Anafng noch verletzt und damit für genau gar nichts zu gebrauchen ist. Auf der Suche nach allem was man so brauchen könnte, trifft man dann auf andere Menschen die natürlich geretten werden können. Die aufgefundenen Leute müssen dann in die Basis evakuiert werden. So wächst dann die Population der Basis und man beginnt damit Teams zu bilden die für die verschiedene Bereiche (Sanitäter, Versorgung usw.) eingesetzt werden.   



MGS entpuppt sich nach und nach als Vielseitiger als Anfangs vermutet. Die verschiedenen Aufgaben, also Exploren, Zeug suchen, Jagen, Basisbau, Basis Verteidigung, Rettung der Gestrandeten, Teambildung und Aufgabenverteilung machen das Spiel ziemlich Abwechslungsreich. Das alles in einer offenen Welt. Um weiterzukommen benötigt man ganz klar die Story, aber man kann sich immer wieder eine Auszeit nehmen um einfach nur etwas durch die Welt zu erkunden. 

Sehr positiv ist mir aufgefallen, dass die Charaktererstellung  für ein Spiel dieser Art einfach ÜBERRAGEND ist. Man kann zwar nicht komplett alles einstellen, aber es reicht durchweg aus um etwas sehr individuelle aussehendes auf die Beine zu stellen. Da können sich andere Spiele, und da vorallem so manchen RPG, einiges abschauen. 

Der Charakter wird mittels eines Skillsystem aufgewertet. Die Punkte dazu erhält man durch das killen der Zombies jedoch mit dem Unterschied, dass man nicht für den "Kill" Punkte erhält, sondern für das nachträgliche ausschlachten oder wegbeamen. Wegbeamen bekommt man erst später, so das man erstmal nur das etwas zeitaufwendigere Ausschlachten zur Verfügung steht. Beides ist eine zusätzliche Handlung die bei manchen Spielern nicht besonders gut angekommen ist. Ich finde es dagegen stimmig, denn es ist schon ein ungutes Gefühl nicht alles Überblicken zu können wäärhend man sich seine Belohnung holt. Der Vorgangs selbst kann aber auch durch einen entsprechendem Skill verkürzt werden. 

Die Grafik ist solide. Keine Offenbahrung aber schon gut. Die Welt ist trist. Ja. Die Farben sind eher Weltuntergang: Die Staubzone ist nochmal eine ganz große Stufe Weltuntergang mehr. Doch am Ende soll das eben auch so sein. Denn das Setting ist eben: Man ist in der Hölle gelandet und da ist eben nichts mit bunt. Wer bunt will sollte lieber Wild Star zocken.

Eine Sache für sich ist die Steuerung durch die Fenster und Menüs. Wie sooft merkt man hier die Ausrichtung auf Konsolen und Controllern. Es ist halt nicht gerade PC Standard. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase kommt man jedoch gut zurecht.

Nicht so toll an MSG ist der Zwang stets online sein zu müssen. Das hat zwar damit zutun, dass man den Fortschritt aus dem Solo Spiel in die Koop Spiele mitnimmt. Blöde nur, wenn es dann  zu Verbindungsabbrüchen kommt. In 22 Stunden Spielzeit war das zumindest bei mir zwei mal der Fall. Plötzlich erscheint eine Medung, dass die Verbindung zum Server getrennt wurde.  Je nachdem wo man gerade ist, kann das zur Folge haben, dass man alles bis zum letzten Speicherpunkt vor der Servertrennung nochmal spielen muss. Ärgerlich wenn das nach einer langen Tour auf den letzten Metern zur Basis geschieht (Basis betreten/verlassen = Automatisches Speichern). Da sollte sich Konami etwas einfallen lassen.

Wer das Spiel mit anderen spielen möchte hat wahrscheinlich ein Problem. Offenbar gibt es einfach zu wenig Interesse am KOOP. Meine Versuche endeten damit, dass einfach keine anderen Spieler gefunden werden konnten. Erst im weiteren Verlauf des Spiels erhält man dann die Möglichkeit Freunde einzuladen um mit ihnen ein KOOP Spiel zu spielen. Warum das nicht sofort geht erschliesst sich mir überhaupt nicht.  Sehr schade ist auch, dass man die Kampagne nicht einfach mit weiteren Spielern zusammenspielen kann. Anbieten würde es sich. Leider lassen sich lediglich ausgewählte Events zusammenspielen. Vorausgesetzt man findet Mitspieler. 

FAZIT

Metal Gear Survive ist ein Survival Spiel. Punkt. Kein reiner Shooter, kein reines  Schleichspiel, kein vollwertiges RPG und natürlich auch kein Aufbauspiel. Aber es bedient sich bei all diesen Spieltypen und das durchaus gekonnt.  

Als Hardcore Survival Spiel macht es Spaß, allerdings nur wenn man sich darauf einlassen kann, dass man man sich wirklich hineinfuchsen muss. Da der Schwierigkeitsgrad recht hoch ist, sollte man hier eine hohe Frusttoleranz aufweisen. Das "Survive" im Titel ist nämlich durchaus sehr ernst gemeint.

Das Spiel bietet durch den Kampf, Überleben, Exploren, Basisbau, Verteidigung, Team Management und Rettungsmissionen viele verschiedene Möglichkeiten. Langweilig wird es einem so schnell sicher nicht. Die solide Story und Grafik sowie ein sehr gute Charaktererstellung runden das ganze positiv ab.

Als KOOP Spiel ist es derzeit eher weniger zu empfehlen, da es einfach kaum Mitspieler gibt und sich die Spielmodi auf bestimmte Missionen reduzieren. Zusammen erkunden und aufbauen ist leider nicht möglich.

 

Tags: Survival, Zombies, Review, Hardcore, Postapokalypse

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