G-View: Cliff Empire im Test

Cliff Empire

Bei Cliff Empire handelt es sich um eine Wirtschaft Simulation im Stil von Anno. Hinter dem Spiel steht das Indie Studio Lion’s Shade das vielleicht einige bereits durch den im August 2016 erschienen Titel Tempest: Pirate Action RPG kennen.    

Cliff Empire befindet seit dem 26. April 2018 bei Steam in der Early Access und wechselte bereits am 16.Mai 2018 mit der Version 1.1.0. in die Beta Phase, in der es sich aktuell auch befindet. Aktuell liegt Version 1.2.2 vor. Natürlich wird bei diesem Review der aktuelle Status von Cliff Empire berücksichtigt.

In Cliff Empire geht es auf die Klippen. Denn nach einem verheerenden Atomkrieg wurde das Leben auf der Oberfläche komplett unmöglich. Ein radioaktiver und dadurch wahrscheinlich ziemlich tödlicher Nebel bedeckt nun die gesamte Erde. Doch bevor es zum Krieg und damit zur Katastrophe kam, ahnten Wissenschaftler bereits in welche Richtung das laufen würde und wo es letztlich enden würde. Also nutzten sie das gesamte ihnen zu Verfügung stehende Potential um in einer abgelegenen, bergigen Region riesige Klippen zu bauen. Diese Klippen sollen zu gegebene Zeit den Platz für den Wiederaufbau der Zivilisationen bieten. Nun ist es an der Zeit mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Dafür braucht es mutige Menschen, die aktiv den Prozess zur Wiederherstellung der Erde in Angriff nehmen.

Und genau an dieser Stelle steigen wir ins Spiel ein. Mit dem Start des Spiels stehen euch insgesamt drei Klippen zur Verfügung. Diese sind nicht immer gleich und werden zufällig generiert. Wie eingangs erwähnt erinnert Cliff Empire an die Spielserie Anno mit einem großen Unterschied: In Cliff Empire gibt es nichts zu erkunden und etwas zu bekämpfen gibt es auch nicht. Die Karte ist im wesentlich so groß, dass man bei jeder der drei Klippen ordentlich herauszoomen kann.

Cliff Empire spielt in einer schneebedeckten Gebirgslandschaft. Daraus ragen die Klippen heraus die in einem ansehnlichen und futuristischen Weiß gehalten sind. Überhaupt, weiß und generell helle töne dominieren das Bild, denn auch die Gebäude sind überwiegen in diesem futurischsten weißen Look gehalten.

Auf den Klippen kann frei gebaut werden. Wer es sich etwas einfacher machen möchte, kann sich ein Planungsraster anzeigen lassen. Die Funktion dazu findet ihr übrigens in den Settings unter Planninggrid.

Ziel in Cliff Empire ist es, eine neue Zivilisation auf den erwähnten drei Klippen aufzubauen. Dafür baut ihr auf jeder Klippe eine Stadt mit einem vitalen Wirtschaftskreislauf auf.  Zunächst auf jeder Klippe für sich, doch insgesamt mit dem Ziel, dass alle drei Städte sich gegenseitig durch deren Vernetzung ergänzen.

Ein Wirtschaftskreislauf besteht dabei aus Energie, Abbau, Produktion, Handel und Credits. Damit das funktioniert benötigen wir Arbeitskraft von Siedlern.

Die Siedler, die uns die benötigte Arbeitskraft liefern, stellen wiederum Anforderung an unsere Siedlung damit die überhaupt bei uns einziehen. Zunächst einmal Platz den wir durch den Bau von Wohnhäusern schaffen. Sehr wichtig ist ihnen dann Nahrung, Wasser und Energie aber auch Umwelt und Sicherheit. Das sind die 5 kritischen Bereiche, die niemals über längeren Zeitraum in den roten Bereich sinken sollten, da wir ansonsten unsere Siedler und somit auch deren Arbeitskraft verlieren.

Daraus entsteht ein Komfortkreislauf der aus Erfüllung der Grundbedürfnisse (Nahrung, Wasser & Energie), Umwelt, Sicherheit, Prestige und Ästhetik besteht. Nun ist es an uns die beiden Kreisläufe in ein Gleichgewicht zu bekommen und auch im Gleichgewicht zu halten. Dafür stehen uns aktuell insgesamt 46 Strukturen (Gebäude, Parks usw.) verteilt auf die Kategorien Population, Nahrung, Energie, Produktion, Sicherheit, Business und Soziales zur Verfügung.

Das Gleichgewicht zu halten erweist sich als nicht immer so leicht. Denn die verschiedenen Punkte aus den Kreisläufen wirken sich selbstredend aufeinander aus. So sorgt zum Beispiel eine wachsende Industrie für sinkende Werte bei Umwelt und Ästhetik. Da hilft dann der Bau von Luftfiltern um die Auswirkungen auf die Umwelt abzumildern und die Schaffung von Grünanlagen um die Ästhetik wieder hochzubekommen.

Fehler darf man sich durchaus erlauben, aber nicht zu viele. Denn häufen sich falsche Entscheidungen so kommt man bei Cliff Empire auch mal an eine Stelle in der es einfach nur noch besser ist einen Save Punkt zu laden oder gleich das Spiel nochmal neu zu starten.

Das Gameplay orientiert sich ganz klar an den Standards in diesem Genre. Startpunkt ist stets die Platzierung eines Lagers (Storage). Dadurch bekommen wir drei Transportdrohnen, die sämtliche Güter von der Produktionsstätte zum Lager und vom Lager überall hin wo sie gerade benötigt werden (z.B. zu Baustellen) transportieren. Nach und nach baut man dann die Gebäude in der Reihenfolge auf, dass die beiden Kreisläufe im Gleichgewicht bleiben.

Viele Gebäude lassen sich in verschieden Richtungen upgraden und somit den Bedürfnissen anpassen. Über die Universität bekommen wir Zugang zur Forschungsabteilung. Darüber können dann verschiedene Werte hochgeschraubt werden wie zum Beispiel Geschwindigkeit von Drohnen, Energieausbeute, Bodenqualität und Abbaueffizienz. Die Erforschung der verschiedene Bereich kostet uns nur Zeit. Für eilige Projekte können wir für je 1500 Credits 10% Forschungserfolg dazu kaufen.

Neben dem Aufbau gibt es auch noch andere Dinge in Cliff Empire zutun. Da wären einmal die Missionen, die am Anfang einen Tutorial Charakter haben und uns so in die Basics einführen. Für jede gelöste Mission gibt es Credits. Später wechseln die Missionen zu Aufgaben, die wir erfüllen sollten, da wir ansonsten eine Strafe aufgebrummt bekommen.  Leider laufen diese Aufgaben im Wesentlichen nach dem Schema X Anzahl in y Zeit erreichen ab.

Dann gibt es da noch über Zeit laufende Events wie zum Beispiel Nebel, Sturm und Erdbeben, die einen größeren Effekt auf unsere Klippen haben. Diese Effekte können durchaus auf jeder Klippe anders ausfallen. Da dadurch auch bestimmte Werte beeinflusst werden. So fällt bei Nebel die Leistung der Sonnenkollektoren niedriger aus. Hat man jedoch Windräder, kann man sich bei Nebel beruhigt zurücklehnen.

Cliff Empire hat bis auf das kurze Intro leider keine Story zu bieten. Anbieten würde es sich nach dem Intro. Schließlich wäre es interessant zu erfahren, was aus der Menschheit geworden ist. Auch Informationen über die Orbital Station wären nett.

Dafür liefert das Spiel eine stimmige Atmosphäre und passenden Sound. Die Grafik ist sehr gut gelungen und einfach hübsch anzusehen. Für den Blick auf das Geschehen gibt es zwei Kameramodi wobei gern mit Unschärfen gearbeitet wird. Zudem gibt es ein Fotomodus, der uns erlaubt in eine Egoperspektive zu wechseln.

Die Texturen sind gelungen es gibt jedoch noch einige Platzhalter, die in Zukunft wahrscheinlich ersetzt werden. Oberfläche, Menüs und Fenster sind übersichtlich gehalten, was gerade bei dieser Art von Spielen wichtig ist.

Technisch gesehen gab es trotz Beta keine Probleme oder Abstürze.

  

Fazit

Grafisch präsentiert sich Cliff Empire in einem futurischen und sehr ansehnlichen Look mit einer richtig guten Atmosphäre. Der Sound passt sehr gut zum Setting. Alles ist sehr stimmig.

Der Einstieg in Spiel ist einfach und durch die anfänglichen Missionen gut erklärt. Der Aufbau einer Zivilisation über drei Klippen hinweg geht gut von der Hand und bietet immer mal wieder knifflige Situation, die manchmal auch selbstverschuldet zu einem Game Over führen. Gerade in den ersten Stunden bietet Cliff Empire so richtig viel, schließlich gibt es aktuell bereits 46 Strukturen.

Sobald man jedoch den Dreh raus hat, läuft alles seine Wege. Große Probleme hat man dann nicht mehr. Zwar sollen die Events dann dafür sorgen, dass man aufgerüttelt wird, dass schaffen sie aber nicht wirklich. Den Events fehlt es derzeit noch etwas an Komplexität.

Die Aufgaben helfen leider auch nicht weiter, denn diese verlaufen im Schema Verkaufe x Güter in y Zeit werden mit der Zeit eintönig und dadurch nervig. Ignorieren kann man sie zwar, aber dann muss eben jedes Mal Strafe bezahlen. Hier könnte man durchaus etwas mehr Story reinbringen und mit verschiedenartigen Aufgaben verbinden.

Ein Blick auf die Roadmap zeigt, dass jedoch noch vieles kommen soll, was das Gameplay stärkt und vielleicht kommt auch auch noch etwas Story ins Spiel.

Insgesamt liefert Lion’s Shade für eine Beta in der Early Access bereits ein ziemlich rundes Spiel ab. Für den aktuellen Preis von 6,99€ (bei Steam) können Liebhaber dieses Genres sowieso und alle anderen auch absolut nichts falsch machen.



Den Key für dieses Spiel haben wir auf unsere Anfrage hin vom Entwickler erhalten. In unserer Anfrage haben wir deutlich gemacht, dass wir ein ehrliches und faires Review machen werden in dem auch negative Punkte angesprochen werden können. Dieses Review spiegelt allein unsere Meinung wieder.

Vielen Dank nochmal an Lion’s Shade für den Key.

Tags: Review, Cliff Empire, Lion's Shade, G-View, Test

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